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von Dr. Nicole Munk
Die Diskussion über Macht und Verantwortung der Verbände ist nicht neu. Mit ihren Schwerpunkten „innerverbandliche
Demokratie“ und „Sozialpflichtigkeit der Verbände“ gehört sie zu den
klassischen Elementen der Demokratie- und Pluralismustheorien der
Nachkriegszeit. Die aktuelle Wirtschaftskrise hat die Bedeutung dieser
Diskussion nicht nur bestätigt und verstärkt, sondern zugleich das
Mandat der Sozialpflichtigkeit von Verbänden in ein neues Licht
gestellt. Die Verbände müssen sich gemeinwohlorientierter aufstellen,
wollen sie nicht an Akzeptanz, Glaubwürdigkeit und politischer
Mitwirkungskompetenz verlieren. |
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Verbändereport 07/03 |
I. Vor allem in den 70er Jahren gab es eine rege Diskussion unter dem Oberbegriff „Macht und Verantwortung der Verbände“.1
Diese Verbands-Diskussion stand im engen Kontext zur allgemeinen Demokratie- und Parteienstaats- Auseinandersetzung2,
bemühte sich aber darüber hinaus auch, adäquate Antworten auf
offenkundige Defizite des politischen, wirtschaftlichen und sozialen
Pluralismus zu finden und den Verbänden neben den Parteien eine eigene
abgrenzbare und definierbare Position zu widmen.3
Spätestens
seit den 70er-Jahren ist wohl auch die zunehmende Abhängigkeit der
Politik von den Verbänden evident. In dem Maße, in dem Parteien und
Parlamente angesichts schwieriger werdender Reglungsbedürfnisse auf den
Sachverstand und die Verfügbarkeit von Experten der Verbände angewiesen
sind, hatte sich die bedenkliche Tendenz verstärkt, sich dem
Sachverstand der Verbände unterzuordnen.4 Die Fähigkeit der
Verbände, sich Politikern, Parteien und Regierungen in vielfältiger
Weise nützlich zu machen, Informationen, Sachverstand und Spenden zu
liefern, ihren eigenen Mitgliedern politische Kompromisslösungen nahe
zu bringen und Wählerstimmen zur Verfügung zu stellen, sollte nicht nur
mit Ablehnung gesehen werden. Letztlich liegen die Leistungen der
Verbände zu einem gewissen Grad nicht nur im Interesse der Parteien,
sondern der gesamten Gesellschaft, tragen sie doch zu ihrer
politischen, sozialen und wirtschaftlichen Stabilität bei5 und schaffen zudem ein zusätzliches Element moderner Gewaltenteilung.
Die Kernfragen der eigentlichen Verbändediskussion
haben die Positionen zu einem verbandsinternen und zu einem externen
Thema polarisiert. Zum einen geht es darum, inwieweit Verbände -
ähnlich dem innerparteilichen Demokratiegebot nach dem Parteiengesetz -
innerverbandliche Demokratie herstellen müssen.6
Zum anderen hat immer das Postulat nach „Sozialpflichtigkeit“ der
Verbände auf dem Prüfstand gestanden, die Frage also, inwieweit
Verbände als Organisationen partikularer Interessen dennoch eine
Gemeinwohlbindung und - ausrichtung ausdrücken müssen.
Das
erstgenannte Thema hat sich vor allem an Führungs- und
Entscheidungsstrukturen in Einzelsituationen niedergeschlagen.
Prägnantes Beispiel war z.B. die Satzung des Deutschen Bauernverbandes,
wonach der Präsident des Bauernverbandes nicht durch eine
Delegiertenversammlung, sondern von den Vorsitzenden der Landesverbände
bestimmt wurde.7 Wohl Öffentlichkeits wirksamster Streitpunkt zum zweitgenannten
Thema war der Slogan des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC)
nach der so genannten „Ölkrise“ im Jahre 1973 und den sich hieraus
ergebenden politischen Bestrebungen, eine generelle
Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen einzuführen, als
Kraftfahrer-Interessenverband das Postulat „Freie Bürger fordern freie
Fahrt“ zu erheben. Hier wird zwar auch die innerverbandliche
Demokratie heftig diskutiert, da diese Forderung von einem
Verbandsvorstand beschlossen und publiziert worden war, ohne dass es
auch eine adäquate Beteiligung der damals schon rund 10 Millionen
Mitglieder des ADAC an der Willensbildung gegeben hätte. Im Mittelpunkt
stand aber vor allem die Fragestellung, ob ein Verband, der sich auf
Grund seiner Größe und Übernahme quasi-öffentlicher Aufgaben wie
Straßenwacht, Lebensrettung Verkehrsorganisation etc. in die Nähe
staatlicher Verantwortlichkeiten und Kompetenzen bewegt hatte,
pointiert die Interessen der angeblich meisten deutschen Kraftfahrer
nach nicht-limitierten Geschwindigkeiten
auf Autobahnen vertreten dürfe, ohne Fragen der Energiekosten, des
Umweltschutzes usw. in angemessener Weise mit einzubeziehen.8
Die Funktion der Gewerkschaften im allgemeinen und die starke, sehr Konsens orientierte - völlig anders etwa als in Großbritannien9
- Rolle der Gewerkschaften in Deutschland hat in der
politikwissenschaftlichen wie politischen Auseinandersetzung stets eine
besondere und herausragende Rolle eingenommen.10
II. Die
mit dem Beginn des neuen Jahrtausends zunächst langsam, aber
nachhaltig, seit dem Jahre 2002 dramatisch verschärft auftretende
Wirtschaftskrise, die sich als Zusammenwirken weltwirtschaftlicher
Einflüsse11 und spezieller deutscher Entwicklungen und Defizite12 darstellt, hat auch die Verbändediskussion wiederbelebt. Diese Diskussion bildet sich u.a. in einer allgemeinen „Anti-Egoismus“- Debatte ab.13
Dadurch wird - zum Teil in logischer Folge, zum Teil aber auch
widersprüchlich - einerseits eine hohe Gemeinwohlorientierung aller,
damit auch der Verbände, angesichts eines zunehmend überforderten
Staates gefordert. Andererseits erfährt die Erwartung stärkerer
Übernahme persönlicher Eigenverantwortung und Lösung aus kooperativen
Strukturen und sozialem Fürsorge-Denken wachsende Unterstützung. Neben
dieser allgemeinen Diskussion, die im Wesentlichen die Beziehungen
zwischen Individuum und Staat, zwischen Individuum und partikularen
Interessengruppen (Parteien, Verbände, Vereine, Berufsgruppen,
berufsständische und Interessen-Organisationen usw.) sowie zwischen
diesen Interessengruppen und dem Staat betrifft, hat sich insbesondere
eine breite Sonderdebatte über die Rolle der Gewerkschaften als dem
führenden deutschen Wirtschaftsverband entwickeln.14
Diese
Diskussion reflektiert den Schwerpunkt aller gegenwärtigen, von der
Wirtschaftskrise geprägten Diskussionen von der Arbeitsplatzsorge über
die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Verteilungsfragen,
bis hin zu den Grundfesten des sozialen Systems. Gleichzeitig
überlagert die Gewerkschaftsauseinandersetzung die vorgenannte
generelle Diskussion, da sie das Grundproblem widerspiegelt, das
Biedenkopf schon vor einem Vierteljahrhundert unter dem Leitthema „Der
Bürger zwischen Gruppeninteresse und Staatsbürokratie“15 erörtert hat.
Die
aktuelle Diskussion, über die Gewerkschaften, spart nicht an
politischer Zuspitzung. So werden Gewerkschaften als „Deutschlands
größte Bremser“ - wie im „Gewerkschaftsreport“ - des „Focus“ vom März
dieses Jahres16 zur Titel-Story erhoben - dargestellt; Die
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ im April dieses Jahres skandiert unter
dem Titel „Machtprobe: die Kritik am Kurs der Gewerkschaften wächst,
das Zutrauen sinkt“17. Selbst die Arbeits- und
Sozialpolitiker aller Parteien bemühen sich um Unabhängigkeit und
Distanz zu den Gewerkschaften und postulieren eigenständiges
politisches Profil.18
In der Folge der zurückliegenden Verbändediskussion offenbaren sich damit folgende Verstärkungs- und Veränderungstendenzen:
1. Die Mitgliederzahl von Verbänden und speziell von Gewerkschaften sinkt.19 Dies ist nicht zuletzt deshalb überraschend, weil in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche normaler Weise das Schutz- und Organisationbedürfnis der Individuen steigt, um persönliche Interessen mit Unterstützung einer Solidargemeinschaft besser durchsetzen zu können.20 Als Gründe für Mitgliedsschwund und Resignation werden immer häufiger, vor allem bei den Gewerkschaften, innerverbandliche
Demokratiedefizite und fehlende Identifizierung der Basis mit der
Interessenvertretung durch die Repräsentanten ihrer Verbände genannt.21
Hieraus folgt, dass sich - was durchaus als demokratischer
Emanzipationsprozess der letzten fünfzig Jahre zu werten und zu
würdigen ist - auch in Zeiten wirtschaftlicher Nöte und
Entscheidungszwänge weite Teile der Bevölkerung eher auf
individuelle Lösungsansätze konzentrieren, statt sich einem
demokratisch unzulänglich legimitierten Mandat eines Verbandes oder einer vergleichbaren Interessengruppe anzupassen.22
Offenbar
gewinnt die Einsicht an Bedeutung, dass die Antwort auf die Frage, wie
aus der gegenwärtigen Krise zu entrinnen sei, mit „kollektiv oder gruppenorientiert“ weniger Erfolg versprechend ist.23
Zum Teil kann die persönliche Interpretation sogar so weit gehen, dass
man partikulare Interessenvertretungen wie Parteien oder Verbände
zunehmend für die „Wege in die Krise“ verantwortlich macht und ihnen
deshalb nicht die erforderliche Kompetenz, Entschlossenheit und
Durchsetzungskraft für die „Wege aus der Krise“ zutraut.
Als Zwischenergebnis ist damit festzustellen, dass die Forderung nach innerverbandlicher
Demokratie - anders als teilweise erwartet - unter dem Druck
wirtschaftlicher Krisen nicht nachgelassen, sondern zugenommen hat.24
2. Noch stärker als bei der innerverbandlichen
Demokratiediskussion hat sich die gegenwärtige Wirtschaftskrise als
Verstärkungsfaktor für das Postulat nach der so genannten
Gemeinwohlorientierung von Verbänden ausgewirkt. Auch diese Diskussion
ist - wie oben angeführt25 - nicht neu und hat vor allem in
den 70er-Jahren wesentliche Prägung erfahren, wie z.B. durch die
Veröffentlichungen von Göhner, etwa unter dem Thema „Gefahr durch
Verbände“26 oder über „Möglichkeiten und Grenzen einer gesetzlichen Regelung des Verbandswesens“27 oder durch Lemkes öffentlich-rechtliche Abhandlung über „Die Verbände und ihre Sozialpflichtigkeit“.28
Die aktuelle politische, wirtschaftliche und publizistische Diskussion
hebt mit Nachdruck Defizite der Verbände in der Realisierung und
langfristigen Verfolgung gesamtwirtschaftlicher und gesellschaftlicher
Interessen hervor.29 Verbände, und hierbei speziell die Gewerkschaften, werden zunehmend als „Vertreter egoistischer Einzelinteressen“30, „Gestrige“31, „realitätsfern“32, „Reformbremser“33 attackiert.
Vor
allem im Zusammenhang mit der überfälligen Lösung der Hauptprobleme
Arbeitsmarkt, Sozial- und Gesundheitssystem und Rentenfinanzierung
entzündet sich nachhaltige Kritik sowohl an den Gewerkschaften als auch
an den Interessenverbänden.34 Diese Kritik steht natürlich im direkten Kontext mit vergleichbarer Kritik an den politischen Parteien.35
Da die Parteien indes zunehmend in der Rolle von „Staatsparteien“ und
damit mit immanenter „staatstragender“ Funktion gesehen werden,
assoziieren sie jedoch im Gegensatz zu Gewerkschaften und Verbänden ein
übergreifendes Verantwortungsbewusstsein, das Verbänden von jeher
abgesprochen wird.36 Die Nachkriegs-Folgerung, „der Parteienstaat schafft sich Staatsparteien“,37
führt zu der Konsequenz, dass bei aller Parteienmüdigkeit und
Parteien-Kritik diesen demokratisch gewählten und kontrollierten sowie
nach dem Grundgesetz38 und Parteiengesetz dem Gesamtwohl
verpflichteten Institutionen nicht nur generell, sondern gerade in der
heutigen Zeit erheblich höhere Problemorientierung und Lösungskompetenz
zugesprochen wird.39
3. Als
Fazit kann aus vorgenannten Erkenntnissen festgestellt werden, dass die
aktuelle Wirtschaftskrise, ihre Lösungsbedürftigkeit und die Defizite
in ihrer konkreten Lösungsbewältigung die Akzeptanz und Rolle von
Verbänden, speziell von Gewerkschaften, tendenziell eher geschwächt
haben. Die latenten Diskussionen über innerverbandliche
Demokratie und die Sozialpflichtigkeitsanforderungen an Verbände haben
neue Impulse gewonnen; generell lassen sich vermehrte und verstärkte
Forderungen nach demokratischen Verbandsstrukturen und größerer
Gemeinwohlorientierung feststellen. Mitgliederschwund in
Verbandsorganisationen und bei Gewerkschaften belegen konsequente
persönliche Reaktionen auf diese Defizitbefunde. Die allgemeine
Wirtschaftskrise, die strukturell eher einen Nachfrage- und
Bedeutungsgewinn von Interessenorganisationen nahe legt, hat den
Verbänden und speziell den Gewerkschaften nicht genutzt, sondern sich
für die sogar kontraproduktiv entwickelt. Die Akzeptanz der politischen
Parteien der Bundesrepublik Deutschland ist trotz der offenkundigen
Krisensymptome weniger beschädigt worden als die von Gewerkschaften und
Verbänden. Bei in der Bevölkerung zunehmend individuell definierten
Krisenbefunden wird die Aufzeichnung von „Wegen aus der Krise“
ebenfalls mehr und mehr individualistisch bestimmt.
Fußnoten:
1
Vgl. hierzu beispielhaft mit vielen weiteren Quellenangaben: Göhner,
Reinhard, Zur Macht und Verantwortung von Verbänden, Bonn 1976; Ders., Demokratische Willensbildung in privatrechtlichen Interessenverbänden, Bielefeld 1979; Dettling, Warnfried (Hg.), Macht der Verbände-Ohnmacht der Demokratie? Beiträge zur Theorie und Politik der Verbände, München/Wien 1976; Leibholz, Gerhard, Staat und Verbände, in: VVDStRL
24 (1966), S. 5 ff.; Biedenkopf, Kurt, Der Bürger zwischen
Gruppeninteresse und Staatsbürokratie, Herder-Korrespondenz, Bd. 30
(1976), S. 13 ff; Verbände und Herrschaft, Handbücher der Politischen
Akademie Eichholz, Bd. 3; Lemke, Helmut, Über die Verbände und ihre
Sozialpflichtigkeit, in: DÖV 1975, S. 253 ff.
2
Vgl. hierzu beispielhaft mit vielen weiteren Literaturverweisen:
Leibholz, Gerhard, Repräsentativer Parlamentarismus und
parteienstaatliche Demokratie, in: Kluxen, Kurt (Hg.), Parlamentarismus, Köln u. a. 1971, S. 351 ff.; Kaltefleiter, Werner, Wandlungen des deutschen Parteiensystems 1949 bis 1974, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 14 (1975), S. 3 ff.; Grewe, Wilhelm, Parteienstaat - oder was sonst? in: Der Monat 1950, S. 563 ff.; Kaack,
Heino, Handbuch des deutschen Parteiensystems, Struktur und Politik in
der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der achtziger Jahre, Bd. 1:
Parteistrukturen und Legimitation des Parteiensystems, Opladen 1980; Krockow,
Christian Graf von, Parteien in der Krise, Das Parteiensystem der
Bundesrepublik und der Aufstand des Bürgerwillens, München 1986; Stolorz, Christian, Der Parteienstaat schafft sich Staatsparteien, in: CIVIS 2/1983, S. 4 ff.
3 Siehe hierzu insbesondere: Dettling, Warnfried, a.a.O.; Göhner, Reinhard, a.a.O. sowie Ders., Möglichkeiten und Grenzen einer gesetzlichen Regelung des Verbandswesen, in: ZRP 1977, S. 25 ff.; Siewert, Hans-Jörg, Verein und Kommunalpolitik, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 29 (1977), S. 487 ff.
4 Göhner, Zur Macht und Verantwortung der Verbände, a.a.O., S. 12
5 Dettling, a.a.O., S. 9 f.
6 Göhner, Willensbildung in privatrechtlichen Interessenverbänden, a.a.O.
7 Vgl. die Historie der entsprechenden Satzungen und die kritischen Kommentierungen, vor allem bei Göhner (s. o.)
8 Ebda.
9
Vgl. z. B. Lintford, Carl, Trade Unions, London 1989; Steingold, Carl
A., Social Networks and Voting: The Resurrection of a Research Agenda,
in: ASR 38, S. 712 ff.
10
Vgl. beispielhaft aus der Fülle von Beiträgen etwa - mit sehr
unterschiedlichen Bewertungen - Biedenkopf, Kurt, Freiheit,
Gerechtigkeit und Solidarität: Die Grundlagen christlich demokratischer
Politik, in: Demokratische Gesellschaft - Konsens und Konflikt, herausgg.
von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, 1.
Teil, S. 15 ff.; Pilz, Frank, Einführung in das politische System der
Bundesrepublik Deutschland. Staatliche, wirtschaftliche und soziale
Strukturen und Prozesse, München 1977; Neumann, Franz (Hg.) Handbuch
politischer Theorien und Ideologien; Reinbek 1977; Dettling,
Warnfried, Die Neue Soziale Frage und die Zukunft der Demokratie, Bonn
1976; Wassermann, Rudolf, Die Zuschauerdemokratie, Düsseldorf/Wien 1986
11 Siehe über die Hintergründe der weltwirtschaftlichen Entwicklung seit der Jahrtausendwende z. B. Burns, Walter, The Big Change, in: Time, 15/2003, S. 16 ff.
12
Beispielhaft hierfür ist die Einschätzung des internationalen
Währungsfonds (IMF) Zu Befund und Ursachen der speziellen deutschen
Wirtschaftskrise, dargestellt und kommentiert u. a. in „Handelsblatt“
v. 20.05.2003, S. 1 f.
13 Vgl. z. B. Schmidt, Thomas E., mit Pace
aus der Patsche - Friedensdemos, Gewerkschaftsproteste: Die Regierung
Schröder und das Plebiszitäre, in: „Die Zeit“ Nr. 21/2003 v.
15.05.2003, S. 46
14 Ebda.; siehe u.a. ebenfalls: Darnstädt, Thomas, Republik der Bürger warum der Parteien- und Verbändestaat aufgebrochen werden muss, in: „Der Spiegel“ Nr .22/2003 v. 26.05.2003, S. 56 ff.
15 Siehe oben Anm. 1)
16 “Focus” Nr. 12/2003 v. 17.03.2003, S. 30 ff.
17
Köcher, Renate, Machtprobe - Die Kritik am Kurs der Gewerkschaften
wächst, das Vertrauen sinkt, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Nr.
90/2003 v. 16.04.2003, S. 5
18 Niejähr, Elisabeth, „Schleudersitz zur Macht“, in: „Die Zeit“ Nr. 16/2003 v. 19.04.2003, S. 11
19 Vgl. die detaillierten Entwicklungen der Mitgliederzahlen im Abgleich der „Datenreport“ - Jahrbücher 1999, 2000, 2001, herausgg.
vom Statistischen Bundesamt, Veröffentlicht u. a. über die
Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2000, 2001, 2002. Die
Analysen berufen sich auf Eigenangaben der zitierten Organisationen.
20 Vgl. oben Anm. 16), 17)
21 Ebda.
Diese empirische Erkenntnis knüpft an die normativ schon in früheren
Jahren geführte Diskussion an, vgl. etwa Biedenkopf (s. Anm. 1), Leuneberger,
Theodor/Schilling, Rudolf, Die Ohnmacht des Bürgers - Plädoyer für eine
nachmoderne Gesellschaft, Frankfurt am Main 1977; Konträr zum Postulat
der Abkehr von übermächtigen Gewerkschaftsorganisationen und
repräsentativ für Teile der Protestbewegung in den 60er Jahren:
Abendroth, Wolfgang, Das Problem der innerparteilichen und innerverbandlichen
Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, in: Antagonistische
Gesellschaft und politische Demokratie, Frankfurt am Main 1967; aktuell
gewerkschaftskritisch wiederum: Hank, Rainer / von Petersdorf, Winand,
Brüder, zur Sonne, zum Streiten, in: „Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung“ Nr. 21/2003 v. 25.05.2003, S. 29.
22 Ebda.; Darmstädt, a.a.O. (vgl. Anm. 14)
23 Vgl. oben Anm. 16), 17)
24 Ebda.; Darmstädt, a.a.O.
25 siehe oben I.
26 Göhner, a.a.O.
27 Ebda.
28 Lemke, a.a.O.
29 siehe oben Anm. 16), 17), 22)
30 Ebda.
31 Ebda.
32 Ebda.
33 Ebda.
34 siehe insbes. auch Anm. 14); Hank / von Petersdorf, a.a.O. (Anm. 21)
35 Vgl. oben Anm. 13)
36 Grewe, Wilhelm, a.a.O. (Anm. 2): wegweisend auch Hesse, Konrad, Die verfassungsrechtliche Stellung der politischen Parteien im modernen Staat, in: VVDStRL 17 (1959) S. 11 ff.
37 Stolorz, a.a.O. (Anm. 2)
38 Art. 21 II GG; vgl. zu dieser Grundsatzdiskussion vor allem die Jahrzehnte alte Debatte zur Leibholz’schen
Parteienstaatslehre, neben den o. g. Literaturhinweisen vor allem
Leibholz, Gerhard, Strukturprobleme der modernen Demokratie, 3. Aufl.,
Berlin 1967
39 Vgl. oben Anm. 13, 14, 17