Commerzbank durch Munk-Gutachten in Alarmbereitschaft
Grossaktionär CoBra von Sondierungsgesprächen zwischen Commerzbank und Dresdner Bank ausgeschlossen
(kgg) Die Commerzbank hat jetzt auf das Rechtsgutachten der Rödgener Unternehmensberaterin Nicole Munk, das der Berliner Bankenaufsicht sowie der Bundesaufsicht für den Wertpapierhandel vorliegt, deutlich reagiert. Bei ihren Sondierungsgesprächen am vergangenen Wochenende mit der Dresdner Bank, bei denen es laut der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ um eine Partnerschaft der beiden Banken in ausgewählten Bereichen geht und eventuell eine Fusion angestrebt wird, ist Grossaktionär CoBra kurzum ausgeschlossen worden. Dieses eigenmächtige Handeln des Commerzbank-Vorstandssprechers Martin Kohlhausen passt CoBra Chef Hansgeorg Hofmann sowie den unberechenbaren Investoren Clemens Vedder und Klaus-Peter Schneidewind natürlich überhaupt nicht in den Kram. Sie schmollen und drohen Deutschlands viertgrösster Privatbank, jede Vereinbarung in dieser Richtung auf der Hauptversammlung zu blockieren.
Dieses Vorhaben der abgebrühten Finanzhaie könnte jedoch durch das Gutachten der 24jährigen Nicole Munk vereitelt werden. Denn der Mitstreiter der Moneten-Mafia bei der Übernahme des Recyclingkonzerns EWS (Euro Waste Service AG), der legendäre Banker Ludwig Poullain, ist durch das Rechtsdokument der jungen Marathonläuferin in das Kreuzfeuer der Justiz geraten. In einem Beitrag, den der WDR diese Woche über die korrupten Machenschaften Poullains mit der „Commerzbank-Connection“ um Vedder und Konsorten ausstrahlte, wurde dem 80jährigen Ex-West LB Chef eindeutig Mandantenverrat nachgewiesen. Poullain selbst hat seine doppelte Berater-Tätigkeit und sein doppeltes Abkassieren, d.h. sowohl bei den alten Eigentümern der EWS (die Löbbert-Brüder) als auch bei den Käufern des Konzerns, Vedder & Co, zugegeben. Durch diese Enthüllung unter Druck geraten, will der ausgefuchste Banker sein von den Finanzjongleuren gezahlte 5,8-Millionen-Mark Honorar an die Löbbert-Brüder überweisen. Doch mit dieser Aktion kann sich Poullain nicht von seiner Schuld reinwaschen; die Staatsanwaltschaft Bielefeld wird gegen ihn ermitteln!
Trotzdem muss die Commerzbank mit weiteren Angriffen der CoBra rechnen. Denn derweil sind die emsigen Finanzfürsten Vedder und Schneidewind nicht untätig geblieben. Aus Insiderkreisen wird verlautet, dass die CoBra ihren Anteil an der Privatbank schon auf 30% ausgedehnt hat. Ausserdem plant ein wichtiger Coba-Grossaktionär, die Allianz-Versicherung, nach Angaben der Financial Times, zugunsten eines Ausbaus ihres Vertriebsnetzes und der Vermögensverwahrung ihren Bankenbesitz abzubauen. Im Klartext bedeutet dies, dass die Allianz möglicherweise in Kürze versuchen wird, ihr riesiges Akltienpaket (wieviel Prozent?) an der Commerzbank abzustossen. In diesem Fall wird sich die „Commerzbank-Connection“ schon freudig die Hände reiben und sofort zuschlagen, denn wie die gleichnamige Giftschlange beisst die CoBra bei einer solchen Gelegenheit blitzartig zu. Um die Kleinaktionäre aber weiterhin vor den Finanzhaien zu schützen, bleibt die Hoffnung, das das Rechtsgutachten von Nicole Munk, die Bankenaufsicht zum schnellen Einschreiten bei diesem Übernamecoup bewegen wird.
Stadtzeitung Bad Nauheim Nr. 460 vom 23.06.2000
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