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Mit Flexibilität der weltweiten Finanzkrise trotzen. Original PDF-Datei zum Bericht
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Unternehmer Ernst Munk und Wirtschaftsjuristin Dr. Nicole Essiger legen Plan zur Sanierung der Weltwirtschaft vor.
Bad Nauheim (jw). In dem Weltuntergangs Spektakel »2012« treibt der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich die menschliche Zivilisation an den Rand des Abgrunds und darüber hinaus. Feuer spuckende Vulkane, Erdbeben und Monster-Tsunamis bedrohen den Fortbestand der Menschheit, Städte versinken im Meer, Autos fallen vom Himmel. Die Gigantomanie lebt von den Special-Effects, doch der Weltuntergang ist hier reine Fiktion.Nicht so der »Big Bang« vom Oktober 2008. Er markiert den Anfang der weltweiten Finanzmarktkrise und ist eine reale »Apokalypse«: In Deutschland beträgt der Einbruch der Exportwirtschaft 21 Prozent. |
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»Gegen die Zerschlagungsphilosophie der Insol venzverwalter«: Ernst Munk präsentiert den von ihm und seiner Tochter Dr. Nicole Essiger ver- fassten »Masterplan«.
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»Und das Schlimmste kommt noch: der Crash nach dem Crash. Deshalb ist die Vernichtung unvorstellbarer Kapitalsummen und daraus folgend die Verarmung vieler Bevölkerungsschichten oder sogar ganzer Nationen und Wirtschaftsblöcke noch nicht der Endpunkt der Katastrophe«, schreiben der Bad Nauheimer Unternehmer Ernst Munk und seine Tochter Dr. Nicole Essiger in ihrem neuen Buch »Masterplan zur Sanierung der Weltwirtschaft«. Das Buch will leisten, was der Titel verspricht: einen Weg weisen aus der staatlichen wie privatwirtschaftlichen Finanzkrise und der drohenden Insolvenz.
Das Buch ist eine Fortsetzung der 2004 erschienenen »Insolvenzprophylaxe für Deutschland«, der wiederum die Dissertation der Wirtschaftsjuristin Dr. Nicole Essiger mit dem Titel »Die T-Aktie als Marke« vorausging. Ursprünglich angeregt durch Bad Nauheimer Bürger, die den Absturz der Telekom-»Volksaktie« hautnah miterlebten, beschreiben die beiden Autoren, wie »die Bundesregierung mit einer strategischen Neuausrichtung der Wirtschafts-, Finanz- und Währungspolitik weg von der heute unzureichenden Zerschlagungsphilosophie der Insolvenzverwalter« kommt und stattdessen neue Denkweisen entwickeln kann. Sie fordern »den unverzichtbaren radikalen Umbau der deutschen Volks- und Finanzwirtschaft«, die Modernisierung der Bildungssysteme sowie die Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze.Auf 392 Seiten analysieren die Autoren die »Superrezession und ihre Eckdaten«, fragen nach den politischen und wirtschaftlichen Gründen für die Finanzkatastrophe, stellen das Gesetz zur Finanzmarktstabilisierung infrage und liefern einen »Maßnahmenkatalog des konzertierten Masterplans« samt konkreten Schritten aus der Krise. Einige der Vorschläge lauten: Staatliche und private Unternehmen ab einer bestimmten Größenordnung müssen sämtliche Daten, Fakten und Zahlen über den Grad ihrer Verschuldung offenlegen; jeder Gesetzesentwurf des Bundestags muss daraufhin überprüft werden, ob er positiv auf den Arbeitsmarkt wirkt; die Zahl der Banken in Deutschland soll verringert werden; damit auf der »Entscheider- und Beraterebene« eine neue Qualität Einzug hält, soll – etwa für Aufsichtsräte – ein Schulungs- und Auswahlverfahren entwickelt werden; die Zahl der Bundesländer soll von 16 auf fünf reduziert und der Bundespräsident direkt durch das Volk gewählt werden.
»Die Politiker hätten es wissen müssen«
Die wirklichen Menschheitsprobleme könnten nur gemeinsam in internationalen Kooperationen und Projektarbeitsgemeinschaften gelöst werden, sagt Munk im Gespräch mit der WZ und fordert von den Deutschen, die hierbei als »Fortschrittsmotor« agieren sollen, mehr Flexibilität: »Wir müssen lernen, dass wir künftig weitaus mehr als früher Gastarbeiter in anderen Ländern sein werden.« Flexibilität bedeute, »der Arbeit rund um den Erdball nachzufolgen«. Munk fordert einen Mentalitätswechsel: Die Bürger müssten sich stärker als bisher engagieren und sich selbst helfen. Im Buch heißt es an einer Stelle: »Das Volk darf nicht vor der Inkompetenz seiner Regierung kapitulieren.« Eigentlich,sagt der weltweit agierende Investor und Sanierer, hätten alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags vor dem Bankencrash wissen müssen,was auf die Weltwirtschaft zukommt. »Wir haben das in unseren Büchern vorher geschrieben.« Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags habe die »Insolvenzprohylaxe« ausdrücklich zum Studium und für die Diskussion der Wirtschaftslage empfohlen. »Die Politiker haben uns nicht geglaubt.«
Ernst Munk/Nicole Essiger: Masterplan zur Sanierung der Weltwirtschaft – Praxishandbuch zur Insolvenzprophylaxe von Staat und Wirtschaft, Gabler Verlag Wiesbaden, 392 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8349-2041-6, 64 Euro. | |